Über den NABU Bad Münder

Die NABU Gruppe Bad Münder e.V. wurde im Februar 1982 (damals noch DBV) gegründet. Aktuell sind wir knapp 600 Mitglieder. 

Unsere Projekte konzentrieren sich hauptsächlich auf diese Schwerpunkte: 

 

  • Landschaftspflege: extensives Grünland, Kopfweiden, Hecken und Gehölze
  • Anlage und Pflege seltener Magerrasenbiotope
  • Pflege und Entwicklung mehrerer Streuobstwiesen
  • Erhalt und Revitalisierung der 100 Jahre alten Streuobstwiese „An der Söhre“
  • Neuanlage der Streuobstwiese „Süntelstraße“ 2015, Start des Baumpatenprojekts für Kinder, Lehrgarten
  • Erhaltung- und Vermehrung alter Obstbaumsorten
  • Amphibienschutz, Biotoppflege und Begleitung der Wanderung
  • Gewässerrenaturierung der Hamel
  • Kontinuierliche Kinder- und Jugendarbeit

 

Der örtliche Schwerpunkt der Aktivitäten des NABU Bad Münder liegt dabei im Deister- Sünteltal zwischen Bad Münder und Böbber. Hier besteht bereits ein tolles System vielfältiger und hochwertiger Biotoptypen, das immer weiter ausgebaut werden soll - unter anderem mit der neuen Insektenwiese am Schiefen Brink!

Die Idee hinter dem Projekt

Ländliche Gebiete als wirtschaftlich, ökologisch und sozial lebensfähige und attraktive Lebensräume zu erhalten, ist ein wichtiges Anliegen des NABU. Ländliche Entwicklung bedeutet, die Lebensbedingungen in ländlichen Räumen nachhaltig zu verbessern, Dörfer, Landschaften und Regionen zu stärken, Umwelt- und Naturschutz voranzutreiben sowie die lokale Identifikation zu unterstützen. Mit dem Projekt Insektenwiese Schiefer Brink soll genau daran gearbeitet werden. 

Angesichts der Größe der Fläche wurde beschlossen, hier sowohl im oberen Bereich Magerrasen zu entwickeln als auch mesophiles Grünland mit extensiv genutzten Streuobstbeständen im unteren Bereich anzulegen. In Randbereichen sind standorttypische Hecken als Nahrungs- und Bruthabitat für Insekten (Ziel Trachtfließband) sowie für Vogelarten wie Neuntöter, Dorngrasmücke und Goldammer vorgesehen.  

 

Der obere Bereich der stark hängigen Fläche weist als Kopf eiszeitlicher Geschiebeablagerungen kiesige, trockene und nährstoffarme Bodenverhältnisse auf. Dieser Bereich, ungefähr die Hälfte der Gesamtfläche, eignet sich entsprechend besonders für die Entwicklung eines Magerrasens, zumal dort angrenzend auch bereits ein vom NABU bewirtschafteter Magerrasen vorhanden ist. 

Im unteren Teil der Fläche soll mesophiles Grünland mit  extensiv genutzten Streuobstbeständen entstehen, wobei in den Randbereichen auch standorttypische Hecken und kleinere Feldgehölze geplant sind. Um nicht nur Nahrungs- sondern auch Nisthabitate für Insektenarten zu schaffen, sollen auf der Fläche darüber hinaus Lesestein- und Totholzhaufen sowie temporäre Kleingewässer (Tümpel) angelegt werden. Letztere könnten für Libellen- und Amphibienarten von Bedeutung sein, die für solche Gewässer typisch sind (z.B. Kreuzkröte, Glänzende Binsenjungfer).


Das naturschutzfachliche Aufwertungspotential ist hier besonders hoch. In den letzten ca. 30 Jahren stand auf der Fläche eine Blaufichtenschonung in Monokultur mit sehr geringem Naturschutzwert. Diese ist wurde im Dezember 2019 abgeholzt. Das Gelände kann jetzt zu einem artenreichen Magerrasen und mesophilen Grünland mit  extensiv genutzten Streuobstbeständen entwickelt werden. In Verbindung mit strukturerhöhenden und insektenfördernden Maßnahmen bedeutet dies daher eine enorme Aufwertung der Fläche im Hinblick auf naturschutzfachliche Kriterien. 


Der NABU Bad Münder verfügt im Deister-Sünteltal, in unmittelbarer Nähe zur beantragten Fläche, bereits über ein Verbundsystem von wertvollen landschaftstypischen Biotopen. Dazu zählen extensives Grünland, mesophiles Grünland, extensiv bewirtschaftete Weiden, Hecken, Feuchtbiotope, Tümpel, Magerrasen, Kopfweidenbiotope und mehrere Streuobstwiesen. 
Als biotopvernetzendes Element wird der Raum vom Gewässerverlauf der Hamel (FFH-Gebiet, ab Stadt Bad Münder, unterhalb KA) mit seinen strukturreichen, naturnahen Abschnitten durchflossen.